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Schloss Homberg als schwalben- und fledermausfreundliches Haus ausgezeichnet

Bürgermeisterin Claudia Blum und der Vertreter der Schlosspatrioten Herbert Lorenz erhielten Urkunden, Plaketten und Buchpräsente

Jedes Jahr im April und Mai kehren Mehl- und Rauchschwalbe aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu uns zurück, um in unseren Dörfern und Städten zu brüten. Mit ihrem fröhlichen Gesang kündigen sie den baldigen Sommer an. „Wo Schwalben am Haus wohnen, geht das Glück nicht verloren“, heißt es in einem alten deutschen Sprichwort. Die Fledermäuse wachen ungefähr zeitgleich aus ihrem Winterschlaf auf und besiedeln ihre Sommerquartiere. Doch so zahlreich wie früher sind die Schwalben und Fledermäuse nicht mehr. „Ihre Zahl geht seit vielen Jahren zurück, auch hier in Homberg. Eine der Hauptursachen ist der Verlust an Plätzen, an denen sie brüten bzw. ihre Jungen zur Welt bringen können. Außerdem werden auch ihre Nahrungsgrundlagen, die Fluginsekten, knapp“, sagt Karl-Heinz Zobich vom Nabu Kreisverband.
Am Homberger Schloss kann man Mehl- und Rauchschwalben sehen und es wurden sechs Fledermausarten festgestellt. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde wurden Mauersegler-Naturnester, Mauersegleruniversalkästen, Mehlschwalben- und Rauchschwalben Kunstnester angebracht, weitere sollen folgen. Ebenso wurden Fledermausspaltenquartiere und Fledermaushöhlenkästen aufgehängt. In der Schlossscheune werden auf der obersten Ebene Spatenquartiere für verschiedene Fledermausarten neu hergestellt. Es werden somit nicht nur Quartiere für „Allerweltsarten“ geschaffen, sondern auch für die nur noch als Mumien gefundene sehr seltene Große Bartfledermaus neu geschaffen. Die Besonderheit beim Schloss ist der Umstand, dass der Gewölbekeller auch als Winterquartier von den seltenen Arten Braunes und Graues Langohr und Fransenfledermaus genutzt wird.
Als Dank, dass die Stadt Homberg (Ohm) als Eigentümerin des Schlosses und der Verein Schlosspatrioten Homberg an der Ohm e.V. als Hauptakteur sich für Schwalben und Fledermäuse engagieren und an ihrem Schloss willkommen heißen, wurden sie vom NABU mit den Urkunden und Plaketten „Schwalbenfreundliches Haus“ und „Fledermausfreundliches Haus“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung für die Fledermäuse wurde von der Vertreterin des NABU Vogelsberg Frau Lange und die für die Schwalben gemeinsam von den Vertretern des NABU Homberg und NABU Vogelsberg Herrn Bernbeck und Herrn Zobich vorgenommen. Sie haben gemeinsam die Hoffnung, dass es Menschen gibt, die dem guten Beispiel folgen.
Die NABU-Gruppe Homberg übernimmt als Anerkennung für die über das Normalmaß hinausgehende Duldung des weiteren Ausbaus der Schlossscheune den größten Teil der Kosten. In unseren Städten verschwinden außerdem zusehends Nester durch unbedachte Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden. Häufig werden die Nester leider auch illegal beseitigt und das, obwohl Schwalben streng geschützt sind und das Zerstören ihrer Brutstätten unter Strafe steht. Die für unsere Fledermäuse wichtigen Spaltenquartiere werden oft bei Gebäudesanierungen hermetisch verschlossen.
Mit den Aktionen „Fledermausfreundliches Haus“ und „Schwalbenfreundliches Haus“ möchten der NABU Vogelsberg und der NABU Homberg dazu beitragen, die Akzeptanz für Schwalben und Fledermäuse und ihre Nester und Wochenquartiere in der Nähe des Menschen zu erhöhen sowie bestehende Brutplätze bzw. offene Spalten an und in unseren Gebäuden zu erhalten und neue zu schaffen. „Jeder kann mit einfachen Mitteln Schwalben an seinem Haus willkommen heißen: mit Nestgrundlagen wie Rauputzstreifen oder Brettchen, Kunstnestern und einer Lehmpfütze im Garten“, erklärt Willi Bernbeck als Nabu-Mitglied und Schlosspatriot. „Für Fledermäuse gibt es auch an unseren modernen Gebäuden Spalten, hinter denen sie leben und ihre Jungen aufziehen können.“
Bewerben können sich Hausbesitzer, die das Brutgeschehen der wendigen Flugkünstler und Sommerboten und/oder die Kobolde der Nacht dulden und fördern, ganz gleich, ob es sich bei dem Gebäude um ein Wohnhaus, Pension, Geschäft, Pferde- oder Bauernhof, Fabrikgebäude oder wie in unserm Fall um ein Schloss handelt. Weitere Informationen und das Bewerbungsformular zum „Schwalbenfreundlichen Haus“ sind unter: www.NABU.de/schwalben zu finden.

Willi Bernbeck und Herbert Lorenz (Schlosspatrioten), Karin Seibert, Barbara Schlemmer, Heike Schmied (NABU Homberg, hinten), Bürgermeisterin Claudia Blum, Margarita Lange und Karl-Heinz Zobich (NABU Kreisverband), v. li. © Karin Seibert
Willi Bernbeck und Herbert Lorenz (Schlosspatrioten), Karin Seibert, Barbara Schlemmer, Heike Schmied (NABU Homberg, hinten), Bürgermeisterin Claudia Blum, Margarita Lange und Karl-Heinz Zobich (NABU Kreisverband), v. li. © Karin Seibert

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