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Gemeinsam Insekten schützen

Homberg (Ohm) nimmt an Insektenschutzprojekt des Vogelsbergkreises teil
Samentütchen sind am Bauhof erhältlich
In einer Pressemitteilung informiert der Vogelsbergkreis über ein kreisübergreifendes Insektenschutzprojekt, an dem auch Homberg (Ohm) teilnimmt. Deutschland kann rund 30.000 heimische Insektenarten verzeichnen. Sie sind ein unverzichtbarer Teil des Ökosystems: Nicht nur als Bestäuber der Obstbäume und vieler Blütenpflanzen leisten sie einen unbezahlbaren Beitrag für die Lebensmittelproduktion und für das Fortbestehen wertvoller Biotope. Sie sind Teil der Nahrungskette und sichern das Überleben zahlreicher Vogel-, Reptilien-, oder Amphibienarten.
Einige Kommunen des Vogelsbergkreises bemühen sich bereits seit Jahren, den Insektenschutz umzusetzen. So hat die Stadt Homberg (Ohm) bereits in 2017 Blühwiesen angelegt. Um dieses Engagement zu unterstützen, hat die Untere Naturschutzbehörde des Vogelsbergkreises erstmalig ein kreisübergreifendes Insektenschutzprojekt ausgerufen, an dem 13 Städte und Gemeinden als Projektpartner teilnehmen. Alsfeld, Feldatal, Gemünden (Felda), Grebenhain, Herbstein, Homberg (Ohm), Kirtorf, Lautertal, Mücke, Schlitz, Schotten, Schwalmtal und Wartenberg beteiligen sich an den Maßnahmen. Das Projekt wird gefördert durch das Regierungspräsidium Gießen aus Mitteln zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie in Hessen.
Im Fokus steht heimisches Saatgut – in zweifachem Sinne: Anstelle von Zier- und Kulturpflanzen lassen sich die typischen Blütenpflanzen der Mähwiesen und Magerweiden in Blühstreifen ansäen. Für das Projekt wurde ausschließlich Saatgut heimischer Arten ausgewählt. Doch Pflanzenart ist nicht gleich Pflanzenart. Beispielsweise hat sich ein Bestand Margeriten einer Vogelsberger Wiese, der dort seit vielen Generationen überdauert, genetisch an seinen Lebensraum angepasst. Verwendet man entsprechend Saatgut gebietsheimischer Arten – zum Beispiel Margeriten aus dem hessischen Bergland – spricht man von sogenanntem „Regio-Saatgut“.
Insgesamt wurde Regio-Saatgut mit heimischen Arten für 35.000 Quadratmeter Blühfläche angeschafft. Allein 10.000 Quadratmeter werden auf verschiedenen Wegen als Samentütchen an Privatpersonen verteilt, um Hausgärten und viele andere private Grünfläche zum blühenden Insektenbuffet zu machen. Das übrige Saatgut wird zur Ansaat auf kommunalen, innerörtlichen Grünflächen verwendet. Flächen, die ohnehin schon da sind, sogenannte „Eh-Da“-Flächen, können auf diesem Weg für Natur und Artenvielfalt aufgewertet werden.
Blühflächen sind nur eine von vielen möglichen Varianten, die heimische Insektenvielfalt zu fördern. Eine kurze Zusammenstellung, wie an jedem Haus, jeder Wohnung und jedem Garten mehr für die Insektenvielfalt getan werden kann, hat der Vogelsbergkreis in einer Broschüre zusammengestellt, die nicht nur auf der Website des Kreises, sondern auch in den Partnerkommunen erhältlich ist.
Auf wissenschaftliche Weise befasst sich das FNU Forschungszentrum Neu-Ulrichstein mit den „Eh-Da“-Flächen, den ungenutzten, innerörtlichen Grünflächen, des Vogelsberges. Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden Homberg (Ohm), Kirtorf, Mücke und Gemünden (Felda) wurden bereits im Jahr 2019 Ideen und Maßnahmen konzipiert, das innerörtliche Grün für den Insektenschutz zu nutzen. Bedingt durch die Corona-Krise hat sich die Umsetzung zunächst verzögert, ist nun aber in Planung.
Auch in Homberg (Ohm) werden ab sofort Samentütchen zur Abholung angeboten (solange der Vorrat reicht). Nach Terminabsprache können Bürgerinnen und Bürger Montag-Freitag zwischen 8 Uhr und 9 Uhr sowie Montag-Donnerstag zwischen 13 Uhr und 14 Uhr die Samen im städtischen Bauhof, Güntersteiner Weg 2 abholen. Der Bauhof ist wie alle städtischen Einrichtungen wegen der Corona-Pandemie für Besucher geschlossen. Daher bitten wir Sie um eine vorherige Anmeldung.

Bild eines Samentütchens, (c) Bick/Stadt Homberg (Ohm)
Bild eines Samentütchens, (c) Bick/Stadt Homberg (Ohm)

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